Und wie geht’s jetzt weiter?

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Foto/Druck: Manufaktur für Bleisatz und Buchdruck Willi Beck

Eigentlich war für heute ein ganz anderer Blogpost geplant. Etwas Freudiges, etwas über Wien, etwas über Mode. Doch dann kam das Wochenende, die Gewalt in Paris und Beirut, der Schock und die Frage: “Wie soll es jetzt weitergehen?” Eine Frage, die sich jetzt nicht nur Politiker und Menschenrechtler sondern jeder Otto-Normal-Verbraucher stellt. Auch ich. Im Großen und im Kleinen. Denn das ganze Wochenende habe ich mich gefragt, ob ich die schrecklichen Ereignisse auf einem Blog, der rein der Unterhaltung dient und gänzlich unpolitisch ist, wirklich thematisieren soll. Erst wollte ich es übergehen, doch das erschien mir respektlos und ignorant. Und das sollte dieser Blog nie sein.

Das Wochenende forderte viele Opfer. Viele Menschen mussten ihr Leben lassen, weil eine andere Gruppe Menschen im Zeichen einer vermeintlichen Religion Gewalt verübte. Damit forderte sie neben Todesopfern auch Langzeitopfer. Denn diese Menschen haben eine tatsächliche Religion beschmutzt, und deren Anhänger leiden darunter. Und eigentlich wir alle. Denn diese Anschläge verbreiten nicht nur Angst, sondern hauptsächlich Verzweiflung auf der einen Seite, und Misstrauen auf der Anderen.

Verzweiflung bei denjenigen, die unter dem #notinmyname darauf aufmerksam machen, dass der Gott, von dem die Attentäter redeten, nichts mit ihrem Gott zu tun hat. Dass fanatischer Islamismus nichts mit Islam zu tun hat. Nirgendwo im Koran steht, dass man morden soll, doch gerade das wird inzwischen damit bei jenem nicht-muslimischen Bevölkerungsteil in Verbindung gebracht, das nie die Chance hatte, die nötige Bildung zu erlangen, um es einfach besser zu wissen. Und selbst diejenigen, die es besser wissen, weil sie Bildung bekamen, treten Menschen mit Misstrauen gegenüber, sobald sie arabisches Aussehen haben. Obwohl sie nicht anders sind als du und ich. Denn was wir nicht kennen und nicht verstehen, lässt uns erst einmal vorsichtig und abweisend werden. Das trifft auf jeden zu, egal ob es sich dabei um etwas Banales wie Essen oder etwas Wichtiges wie andere Kulturen geht. Leider. Und auch wenn einige frittierte Insekten probieren und einfach mal schauen, wie schön so eine Moschee ist und was die Verbotene Stadt so verboten macht, hängen die anderen an ihren Vorurteilen fest.

Jetzt stehen wir also da, voller Misstrauen und Verzweiflung, weil eine Gruppe von Menschen, die keine Bildung, dafür aber Gehirnwäsche und Gewalt genossen hat, für etwas Unsichtbares in falschem Namen kämpft und damit allen Hoffnung und Zukunft raubt. Und welche Antwort gibt es? Wiederum eine gewaltvolle. Anstatt auf Aufklärung und Bildung zu setzen. Denn genau darauf lässt sich alles zurückführen: Bildung. Wenn wir uns alle Bemühen, über einander mehr zu lernen, geht das falsche Misstrauen wieder weg. Wenn Nachdenken statt Auswendiglernen gelehrt wird, werden Parolen hinterfragt statt gebrüllt. Und wenn wir uns bemühen, in den ärmsten Regionen zu helfen, Schulen zu bauen, statt Waffen zu schicken, hat jeder die Chance auf eine Alternative zur Gewalt. Dann gibt es keine verzweifelten Flüchtlinge sondern Menschen mit strahlender Zukunft. Und das hat nichts mit Politik zu tun, das ist einfach Menschlichkeit.
Und das hat auf diesem Blog sehr wohl Platz.

 

 

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