Wie ihr den Flüchtlingen in Traiskirchen helfen könnt

Traiskirchen01

Manchmal muss man veganes Essen einfach veganes Essen sein lassen, Mode und Trends ignorieren und einfach über die wichtigen Dinge schreiben.
Jetzt ist so ein Zeitpunkt gekommen.
Heute müssen wir mal über Traiskirchen und die Flüchtlinge quatschen.
Und darüber, wie wir alle helfen können.

Die ganze letzte Woche war ich damit beschäftigt, meinen Kleiderschrank komplett auszuräumen, mich ehrlich zu fragen was ich wirklich brauche, was weg kann, was überhaupt noch gut ist, und was andere Menschen vielleicht noch brauchen könnten.

Das gleiche Spektakel habe ich, und das war zugegebenermaßen etwas schmerzvoll, mit meinem Schuhschrank aufgeführt. Und mit meiner Taschensammlung. Und siehe da: Es ist doch einiges zusammen gekommen. Das Ganze habe ich dann sortiert, in Stapel gebündelt und, ganz der pedantische Ordnungsfreak, fein säuberlich beschriftet. Soll ja schließlich jeder wissen, welcher Stapel was ist.

Die letzten Tage habe ich zusätzlich sämtliche Duschgels und Co. die mal Pressegeschenke waren, zusammengepackt, war bei Bipa und habe zwei Körbe mit Hygieneartikeln wie Zahnbürsten, Rasierer, Shampoo und Co. gefüllt und auch so noch ein Sackerl gefüllt. Beim Schreibwarenladen um die Ecke habe ich noch ein paar Malbücher und Stifte geholt. Die freundliche Verkäuferin hat mir sogar die doppelte Menge noch einmal dazu geschenkt.
Auch einige Freunde haben genau dasselbe gemacht.
Heute war es dann soweit: Wir haben das Auto ordentlich voll gepackt und sind nach Traiskirchen gefahren.

Die Situation da? Wirklich schrecklich. Die Straßen sind voll, jeder wartet und schaut, wo es hingeht, den Menschen sieht man die Strapazen wirklich an. Sie stehen überall an, in der Hoffnung noch ein paar Kleidungsstücke, Koffer oder Taschen zum Verstauen, Zahnbürsten oder Spielsachen für ihre Kinder zu bekommen. Schließlich mussten sie alles zurück lassen. Manche Autos, die direkt vor der Annahmestelle parken, werden regelrecht gestürmt in der Hoffnung, etwas zu ergattern. Irgendwo guckt jemand über den Gartenzaun und meint „Gott sind die gierieg.“ Sofort wird er mundtot gemacht: „Du Depp, die ham halt nix mehr. Die ham halt Angst, die san verzweifelt. Da würdest du di a net anders verhalten.“
Da hat er einfach mal Recht.

Es gibt viele freiwillige Helfer vor Ort, die beim sortieren, organisieren und bei der Annahme und Ausgabe helfen. Viel wurde schon gespendet, doch es gibt einiges, was dringend gebraucht wird. Ich habe nachgefragt, und folgendes wurde am häufigsten genannt:

  • Einmalrasierer für Männer
  • Windeln
  • Binden
  • Rucksäcke/Sporttaschen
  • Zahnbürste/Zahnpasta
  • Männerkleidung (Jeans/T-Shirt)
  • Flipflops/Schuhe

 

Helfen kann wirklich jeder. Wer jetzt am Freitag einen Cocktail weniger trinkt und stattdessen für 10 Euro bei Bipa oder sonst wo von Hygieneartikel kauft und spendet, hat schon einen wichtigen Teil geleistet.
Wer kein Auto hat und selber nicht runter fahren kann, kann die Artikel direkt bei der Caritas abgeben.

Die Adressen sind:

carla mittersteig, Mittersteig 10, 1050 Wien
Mo-Fr 9-18, Sa 9-13

carla nord, Steinheilgasse 3, 1210 Wien
Mo-Fr 9-18, Sa 9-13

Wer selber fährt:

In der Otto-Glöckel-Straße 24 in Traiskirchen werden rund um die Uhr Sachspenden angenommen. Ebenso am Türkisch-Islamischen-Kulturverein, der direkt in der Nebenstraße ist. Dort haben auch wir unsere Dinge hingebracht. Bitte achtet darauf, ein kleines Stückchen weg von der Ausgabe stelle zu packen, damit ihr die Sachen problemlos ausladen könnt

Kommt, lasst uns ein bisschen Menschen helfen.

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